Klopp hat Karius – Vertrag bis 2021 unterschrieben

Nun ist der Transfer endgültig durch. Loris Karius verlässt den 1. FSV Mainz 05 und wechselt zum FC Liverpool. Der Torhüter war sich am Montag vor einer Woche (der kicker berichtete exklusiv) mit den Reds handelseinig geworden und hat am heutigen Dienstag einen Fünfjahresvertrag unterschrieben.

Der 22-Jährige soll im Tor des Europa-League-Finalisten Simon Mignolet, der seit seiner Ankunft aus Sunderland 2013 wiederholt in der Kritik stand, ablösen. Nachdem zunächst in Deutschland eine Ausstiegsklausel in Höhe von zehn Millionen Euro kolportiert wurde, sprachen am Dienstagabend beide Klubs plötzlich von sechs Millionen Euro Ablöse. Für Karius ist der Transfer der nächste logische Schritt.

Der ehemalige U-Nationalspieler hat sich im Jahr 2013 unter Thomas Tuchel zum Stammkeeper der Rheinhessen aufgeschwungen und seitdem konstant gut gehalten.

Besonders in der abgelaufenen Runde spielte sich Karius in den Fokus mehrerer renommierter Klubs – mit einem kicker-Notenschnitt von 2,68 gehörte er 2015/16 zu den Topvertretern seiner Zunft.

Nun muss er sich in England beweisen, am Montag unterzog er sich erfolgreich einem Medizincheck an der Merseyside. Dabei wird Karius zugutekommen, dass er einen Teil seiner Ausbildung zwischen 2009 und 2011 bei Manchester City absolvierte und schon damals mit dem sehr speziellen Anforderungsprofil an Torhüter auf der Insel in Berührung kam.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp jedenfalls wird bei seinem alten Klub ordentlich Informationen gesammelt haben, um zu dem Schluss zu kommen, dass Karius der Richtige ist. Man darf davon ausgehen, dass der neue Mann als Nummer eins eingeplant ist.

Wer wird Karius‘ Nachfolger beim FSV?

Bleibt die Frage, wer in der kommenden Saison bei Mainz 05 zwischen den Posten steht. Von der Ablöse ließe sich gewiss ein guter Nachfolger finanzieren, doch auch auf anderen Positionen besteht im Kader Bedarf. Die bislang in den Medien gehandelten Ron-Robert Zieler (Hannover 96) und Timon Wellenreuther (Schalke 04) spielen zum jetzigen Stand keine Rolle.

Bei Zieler, der für 3,5 Millionen Euro zu haben wäre, könnte sich das noch ändern. Aktuell ist er wegen seines hohen Gehalts wirtschaftlich nicht darstellbar. Doch sollte im Laufe der Sommerpause weder in der Bundesliga noch einer anderen europäischen Top-Liga ein Platz frei werden, wäre der 27-Jährige fast schon gezwungen, auf dem Lohnzettel Abstriche zu machen – wenn er weiterhin in der ersten Reihe stehen will. Ein weiteres Denkmodell, das in Mainz durchgespielt wird, wäre, einen erfahrenen Mann wie Jaroslav Droby (HSV, ablösefrei) für ein bis zwei Jahre zu holen und dann vereinsintern Talenten eine Chance zu geben – die Rheinhesse stellen gefühlt die Hälfte aller deutschen U-Nationalkeeper.

( 21.Mai 2016, http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/652544/artikel_klopp-hat-karius—vertrag-bis-2021-unterschrieben.html )